Fausto Bradke – Gitta

Im Wohnzimmer der Großeltern Gitta und Michael: Michael tut so, als würde er lesen, Gitta spielt ihr Handyspiel. Alles wie immer, scheint es. Doch die oberflächliche Alltäglichkeit deckt nach und nach auf, was unter dem Miteinander des Ehepaars schlummert: Die Anstrengung seines ständigen Vergessens. Die Entscheidungen, die immer nur noch sie trifft. Der Überdruss an Michael und am Leben selbst. Der Alltag zwischen seiner Demenz und ihrer Lethargie bringt Gitta schließlich dazu, auch die letzte Entscheidung für Michael zu treffen. Und Gitta? Sie lebt weiter. Länger als sie es eigentlich vorgesehen hatte.

Mit "Gitta" erzählt Fausto Bradke einfühlsam von der Einsamkeit des Alterns, die auch durch gelegentliche Besuche der Familie nicht verschwindet, und vom Stillstand in Gittas Wohnzimmer, während die Welt sich weiterdreht.

Fausto Bradke, geboren 1999, hat in Zürich Mathematik studiert. Anschließend studierte er Sprachkunst in Wien mit einem Gastsemester im Szenischen Schreiben in Berlin. Er veröffentlicht Kurzgeschichten und wurde für die Entwicklung von "Gitta" mit dem Dramatiker*innenstipendium der Literar Mechana gefördert.


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