Über den Heidelberger Stückemarkt

Der Heidelberger Stückemarkt ist ein Theaterfestival für Gegenwartsdramatik, das seit 1984 alljährlich im Frühjahr stattfindet. Veranstalter ist das Theater und Orchester Heidelberg. Im Zentrum des Festivals steht ein Autor*innen-Wettbewerb, für den bislang nicht uraufgeführte Stücke eingereicht werden können. Aus diesen Einsendungen werden die sechs Teilnehmer*innen des Autor*innenwettbewerb eines Jahres ausgewählt. Ihre Stücke werden in Lesungen am ersten Festivalwochenende von Ensemblemitgliedern des Theaters Heidelberg öffentlich präsentiert. Eine Jury entscheidet über die Vergabe des Preises des Heidelberger Stückemarkts. Darüber hinaus wird ein Publikumspreis vergeben.

Weitere Sektionen des Heidelberger Stückemarktes sind der Jugendstückepreis und der Nachspielpreis. Der Jugendstückepreis richtet seinen Fokus auf zeitgenössische Formen des Jugendtheaters. Jährlich werden drei Uraufführungen für den Preis nominiert, der in Kooperation mit den Mülheimer Theatertagen und dem in ihrem Kontext ausgelobten KinderStückePreis vergeben wird. Das Siegerstück der Sektion "Jugendstückepreis" ist dann auch während der Mülheimer Theatertage des Folgejahres zu sehen. 

Der Nachspielpreis zeichnet herausragende Zweit- oder Drittinszenierungen neuer Stücke aus. Ziel ist es, uraufgeführten Stücken zu nachhaltiger Präsenz in den Spielplänen zu verhelfen und damit insgesamt die Nachhaltigkeit von Gegenwartsdramatik zu fördern. Jährlich werden drei Inszenierungen für den Nachspielpreis nominiert. Die ausgezeichnete Produktion wird im darauffolgenden Jahr bei den Autor*innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin erneut aufgeführt. Von 2021 bis 2023 zeigte die Sektion Netzmarkt herausragende digitale Theaterproduktionen.

Der Heidelberger Stückemarkt versteht sich als Uraufführungsfestival. In einem umfangreichen Rahmenprogramm sind als Gastspiele bemerkenswerte Uraufführungen aus dem deutschsprachigen Raum zu sehen.

In der Sektion Gastland wird die Theaterkultur eines Landes anhand ausgewählter Formen seiner Gegenwartsdramatik vorgestellt. Zur Sektion gehört auch der Internationale Autor*innenwettbewerb, der in szenischen Lesungen nicht uraufgeführte Stücke des jeweiligen Gastlandes präsentiert. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Heidelberger Stückemarkt 2020 zum ersten Mal in seiner Geschichte nicht stattfinden. Der hybride Festivaljahrgang 2021 erreichte per Streaming mehr Publikum als je zuvor.

Seit 2012 begleitet das Online-Theatermagazin nachtkritik.de den Heidelberger Stückemarkt jährlich mit diesem digitalen Festival-Magazin. Bereits im Vorfeld des Heidelberger Stückmarkts werden hier in Texten und Videos Autor*innen und Stücke vorgestellt, aktuelle Debatten und Themen zum jeweilgen Stand des Gegenwartstheaters abgebildet sowie Themen und Inszenierungen der Sektionen des Festivals diskutiert. Während des Stückemarkts gibt es eine umfangreiche Berichterstattung in Wort, Bild und Ton: Kritiken, Videos und Informationen rund um das Festival.

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